
Sorgen um den ‚De Spinn‘ Brunnen: Am ehemaligen Wasserspiel in Wilkau-Haßlau treten immer mehr Schäden auf
„De Spinn“, der Springbrunnen auf dem neuen Markt in Wilkau-Haßlau, erinnert an die 130-jährige Tradition der Textilindustrie der Stadt. Doch seit 2016 bleibt er trocken. Zwölf Jahre nach der Einweihung stellte sich heraus, dass die unterirdischen Installationen schlampig gebaut und für Wartungsarbeiten vollkommen unzugänglich waren. Geld für eine gründliche Reparatur, samt umfassender Tiefbauarbeiten fehlt bis heute, weshalb die Wasserspiele verstummten.
Ob der Brunnen je wieder sprudelt, ist ungewiss. Das Becken wurde inzwischen mit Erde gefüllt und bepflanzt – eine Lösung, die in der Öffentlichkeit wegen ihres Aussehens auf Kritik stößt. Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) reagierte im Technischen Ausschuss prompt: „Das ist kein Unkraut“, betonte er. Die Pflanzen seien bezahlt. Im Herbst soll die Grünanlage beschnitten werden. Ob sie bis dahin blüht und wie, konnte niemand sagen.
Reparaturen am Becken und Plateau sind unumgänglich
Doch die Pflanzen sind derzeit nicht das größte Problem des Sorgenbrunnens. Granitplatten brechen ab, die Steinblöcke, die die Treppenstufen zum Becken bilden, rutschen ab. Und auch der Brunnen selbst, ein Kunstwerk, zeigt Schäden. „Hier haben sich größere Fugen gebildet“, erklärte Feustel. Das sehe unschön aus, gefährde aber niemanden. „Trotzdem muss das repariert werden“. Da es sich um ein Kunstwerk handelt, muss jede Maßnahme mit dem Künstler abgestimmt werden.
Auch die Treppenstufen, die das Becken einfassen, neigen sich und weisen teils breite Spalten auf. Eine Fachfirma muss die Reparatur übernehmen, doch wann das geschieht, blieb im Ausschuss offen. Das Plateau mit dem Stadtwappen hingegen kann der Bauhof instand setzen. Eine abgebrochene Platte wurde gesichert und soll wieder angebracht werden. Die abgeplatzten Randstreifen, die verschwunden sind, will man durch graue Farbe ersetzen. Diese Arbeiten sollen noch im Sommer abgeschlossen werden.
Skater missbrauchen das Plateau für ihre Fahrten
Im Rathaus denkt man nun darüber nach, wie sich solche Schäden künftig vermeiden lassen. Feustel sieht die Hauptursache in Skateboardern, die das Plateau zweckentfremden. „Vielleicht können wir den Brunnen so gestalten, dass er für Skateboarder unattraktiv wird“, sagte er. Nur wenige Meter entfernt, am alten Güterbahnhof, gibt es schließlich eine Skateranlage. (nkd)

Beschädigte Platten
Der Bauhof soll das Plateau in diesem Sommer in Ordnung brinen.

Stufen rutschen ab
Eine Fachfirma soll die Stufen wieder in Ordnung bringen.

Brunnen leigt seit Jahren trocken
Reparaturen müssen mit dem Künstler abgestimmt werden.

Schäden werden immer mehr
Der Springbrunnen war von Anfang an mit Baupfusch errichtet worden.