Rudolf-Breitscheid-Straße

Die Rudolf-Breitscheid-Straße im Ortsteil Wilkau gehört zu den längsten Straßen der Stadt. Sie ist teilweise Fußgängerzone und Einbahnstraße und an ihr stehen alte und denkmalgeschützte Häuser, Neubauten sowie eine neue Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern.

Die Straße

  • Die Straße wurde vermutlich in den 1870er Jahren angelegt. Etwa ab 1996 wurde sie nach dem Anlegen einer neuen Siedlung verlängert.
  • Etwa um 1890 ist erstmals der Name Heinrich-Dietel-Straße nachweisbar.
  • Ab 1946 wurde daraus die Rudolf-Breitscheid-Straße
  • Länge: 1177 Meter
  • Die Straße beginnt an der Poststraße kreuzt die Herrmannstraße, die Cainsdorfer Straße und die Schulstraße und mündet in die Culitzscher Straße.

Am Eingang der Fußgängerzone befindet sich die Geschäftsstelle der Sparkasse Zwickau.

Der Namenspatron

Rudolf Breitscheid wurde am 2. November 1874 als Sohn eines Buchhandlungsgehilfen in Köln geboren. In der Stadt am Rhein besuchte er auch das Gymnasium. 1894 zog er nach zunächst nach München, wo er ein Studium der Nationalökonomie an der dortigen Universität aufnahm, das er 1898 in Marburg mit der Promotion abschloss. Von da an arbeitete er als Redakteur und Korrespondent bürgerlicher und liberaler Zeitungen in Hamburg und Hannover. Im Jahre 1903 tritt er der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung bei. Schon ein Jahr später wird er Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Vier Jahre gehört er dem Gremium an, während er gleichzeitig ein Mandant im brandenburgischen Provinziallandtag wahrnimmt, dass er bis 1920 ausübt. 1908 verlässt er seine Partei aus Kritik an der Politik des Reichskanzlers Fürst Bernhard von Bülow (1849-1929). Im gleichen Jahr heiratet er die Frauenrechtlerin Tony Drevermann. 

Gründungsmitglied der Demokratischen Vereinigung

Breitscheid gehört danach zu den Gründungsmitgliedern der Demokratischen Vereinigung (DV) und wird deren Vorsitzender. Als die DV jedoch zur Reichstagswahl 1912 scheitert tritt er in die SPD ein. Ab Mai 1915 äußerte er in Presseartikeln Kritik an der SPD und deren „Burgfriedenspolitik“. 1917 wechselt er USPD, deren Organ „Der Sozialist“ er von November 1918 bis zur Einstellung 1922 herausgibt. Im Oktober 1922 kehrt er mit der Vereinigung von USPD und MSPD zur SPD zurück und wird außenpolitischer Sprecher der Reichstagsfraktion. 1926 beruft ihn Außenminister und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann (1878-1929) in den Völkerbund, einem Vorläufer der Vereinten Nationen. In den letzten Jahren der Weimarer Republik und mit dem Wahlerfolg der NSDAP wurde Breitscheid zum Schmähobjekt der rechtsradikalen Presse. 

Flucht in die Schweiz

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernehmen flieht er zunächst in die Schweiz und später nach Frankreich, beteiligt sich dort im Volksfront-Ausschuss und gehörte auch zu den Unterzeichnern des „Aufrufes an das deutsche Volk“. Als die Wehrmacht 1940 vor Paris steht bringt er sich in Marseille in Sicherheit. Dort wurde er schließlich verhaftet, an die Gestapo ausgeliefert und nach Berlin überstellt. Anfang Januar wurde er gemeinsam mit seiner Frau in das Konzentrationslager Sachsenhaus gebracht. Im Herbst 1943 verlegten die Nazis die beiden in ein Außenlager des KZ Buchenwald, wo sie in einer Sonderbaracke untergebracht waren. Am 24. August 1944 kam Rudolf Breitscheid bei einem alliierten Luftangriff ums Leben. Seine Frau überlebte schwer verletzt. Frank Dörfelt

Rudolf Breitscheid. Foto aus dem Reichstags-Handbuch aus dem Jahr 1933. Herausgeber: Büro des Reichstages. 

Firmen und Geschäfte

Firmen und Geschäfte aktuell

  • Brillen-Bauer, R.-Breitscheid-Straße 2a

Firmen historisch

  • Mulden-Apotheke, R.-Breitscheid-Straße 2a, geschlossen 2019
  • Optiker Schröder, R.-Breitscheid-Straße 2a, geschlossen 2015
  • Café Mac, R.-Breitscheid-Straße 5
  • Sport Göschel, R.-Breitscheid-Straße 6
  • Elektro-Noll, R.-Breitscheid-Straße 19b
  • F. Walter Windisch, Herrenwäschefabrik, R.-Breidscheid-Straße 20
  • Gerhard Unger, mechanische Stickerei, R.-Bretscheid-Straße 45
  • Schmutzler & Fischer, Inhaber: Karl Fischer, R.-Breitscheid-Straße 23, verzogen an Kirchberger Straße, heute Wärmetechnik GmbH

Zeitstrahl

  • 1870 bis 1880 - Das Haus Heinrich-Dietel-Straße 14 wird errichtet. Es wird heute als wertvoller Bau mit gelber Klinkerfassade beschrieben.
  • 1892 - Das Wilkauer Postamt zieht um. Neuer Sitz ist das Haus des Maurermeisters Friedrich-Adolf Hoffmann an der Heinrich-Dietel-Straße 5.
  • etwa 1895 - Das Diakonat mit Gemeindesaal der Michaeliskirchgemeinde wird gebaut
  • 1897 - Das Wohnhaus Heinrich-Dietel-Straße wurde gebaut. Es wurde bekannt als "Villa Schnabel". In dem repräsentativen historischen Klinkenbau waren nach dem Krieg die Mulden-Apotheke sowie mehrere Arztpraxen untergebracht. Die oberen Etagen wurden als Wohnungen genutzt.
  • 1903 - Das Wohnhaus Heinrich-Dietel-Straße 30 entsteht. Es gilt hute als historischer Klinkerbau mit Sandsteingewänden.
  • 1907 - Das Doppelmietshaus in Ecklage Heinrich-Dietel-Straße 35 und 41 wird bezogen.
  • etwa 1910 - Das Mietshaus Heinrich-Dietel-Straße 33 wird gebaut. 
  • etwa 1930 - Das Wohnhaus Heinrich-Dietel-Straße 34 wird errichtet
  • Café MACK
  • Zu DDR-Zeiten war das Traditionsgasthaus eine HO-Gaststätte. Sie wurde 1992 geschlossen.
  • 1996 - Wurde in den Räumen ein Gemüsegeschäft eingerichtet, das jedoch 2008 wieder schloss.
  • Danach wurde das Café unter dem Namen "MUG" wieder eröffnet, jedoch nach wenigen Jahren wieder geschlossen.

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