Poststraße

Eines der schönsten und geschichtsträchtigsten Gebäude im Zentrum von Wilkau-Haßlau steht zum Verkauf: das denkmalgeschützte Haus in der Poststraße 4. Ein Immobilienportal bietet es als Kapitalanlage an. Fast 100 Jahre lang beherbergte das Gebäude das Postamt der Stadt. Der Bau geht auf die Initiative des Postvorstehers Friedrich Reinhold Rolle (1878–1959) zurück. Das Haus entstand damit 14 Jahre vor dem gegenüberliegenden Rathaus. Am 1. April 1914 eröffnete das Postamt im Erdgeschoss des vierstöckigen Wohnhauses. Nach der Wende ließ die Post die Etage aufwendig umbauen, bevor sie 2006 den Betrieb einstellte und die Dienstleistungen in eine Postagentur in der Kirchberger Straße verlagerte. Seitdem blieben die Posträume offenbar ungenutzt.
Immobilie mit großer Wohn- und Nutzfläche
Zu DDR-Zeiten gehörte die Immobilie der Stadt Wilkau-Haßlau. Kurz nach der Wende erhielt der Alteigentümer das Gebäude zurück, nachdem er seine Ansprüche durchgesetzt hatte. Seither fanden dort auch Sanierungsarbeiten statt. Die Immobilie umfasst 549 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche, verteilt auf fünf Wohnungen mit 21 Zimmern, acht Schlafzimmern, sechs Bädern und Gewerberäume im Erdgeschoss. Auf dem 820 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich fünf Stellplätze und eine Garage. Der Kaufpreis liegt bei 350.000 Euro. Laut Immobilienbüro sei das Haus sofort bezugsfertig. Frank Dörfelt
Die Straße
- Länge: 153 Meter
- Fußgängerzone
- Name seit 1914 - Damals wurde das Königliche Postamt im Haus Nummer 3 eröffnet.

Die Poststraße von der Neuwilkauer Straße aus gesehen. Foto: Frank Dörfelt
Zeitstrahl
- 1900 - als erstes Haus an der späteren Poststraße wurde der Klinkerbau mit Sandsteindetails an der Ecke zur Culitzscher Straße errichtet. Das Mietshaus steht heute unter Denkmalschutz.
- 1912 - Die Poststraße wurde als Verbindung zwischen Culitzscher Straße und Neuwilkauer Straße gebaut.
- 1914 - Am 1. April wurde das Wilkauer Postamt eröffnet. Es war im Erdgeschoss eines Wohnhauses untergebracht, das im gleichen Jahr fertiggestellt wurde. Das Postamt gab der Straße auch ihren Namen.
- 1928 - Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde am 30. Juni das Rathaus unter der Adresse Poststraße 1 eingeweiht.
- 1935 - Die Villa mit der Adresse Poststraße 2 wurde gebaut. Der Zahnarzt Dr. Beyer nutzte sie als Wohnort und als Praxis. Zu DDR-Zeiten gehörte das als "Villa Beyer" bekannte Haus zur Poliklinik. Mehrere Zahnärzte waren dort tätig. Heute dient die denkmalgeschützte Villa wieder ausschließlich Wohnzwecken.
- 1994 wurde die Poststraße und ein Teil der Rudolf-Breitscheid-Straße saniert und zur Fußgängerzone umgestaltet. Die Anbindung an die Neuwilkauer Straße wurde unterbrochen.
- 1996 - Die Sparkasse Zwickau eröffnete am 24. Mai 1996 unter der Adresse Poststraße 3 ihre neue Geschäftsstelle Wilkau-Haßlau. Dazu war ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet worden. Es war eines der ersten großen Bauprojekte nach der Wende. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. September 1994, Richtfest wurde am 10. März 1995 gefeiert. Die Adresse: Poststraße 3 und Rudolf-Breitscheid-Straße 2a. Das Gelände hatte früher zum Brunner-Gut gehört. Dieser wurde 1847 geteilt, den größeren Teil kaufte der Gutsbesitzer Johann Friedrich Krauß. Auf dem anderen Teil, dem heutigen Sparkassengelände ließ die Witwe Johanna Christiane Brunner ein neues Gutshaus bauen. Davon war bis zur Wende nur noch ein Schweinestall übrig geblieben, der in der Umgebung zu riechen war.
- 1996 - In den Gebäudekomplex zog auch die Mulden-Apotheke (Apotheker Hans-Jochen Drechsel) ein. Sie war zuvor im Haus Rudolf-Breitscheid-Straße 3, genau gegenüber untergebracht. Auch der Optiker Dieter Schröder verlegte sein Geschäft von der Kirchberger Straße 4 in den Neubau. Die Apotheke wurde 2019 geschlossen. Der Optiker beendete seine Tätigkeit 2015.

Am Gebäude hängt noch ein altes Straßenschild. Diese Ausführung wird heute nicht mehr verwendet. Die Schilder zeigen heute weiße Schrift auf blauem Grund.

Am 1. April 1914 wurde im neu erbauten Wohnhaus Poststraße 4 das Wilkauer Postamt eröffnet. Der Bau geht auf eine Initiative des Postvorstehers Friedrich Reinhard Rolle (1871-1959) zurück. Foto: Frank Dörfelt

Die Adresse Poststraße 1 gehört dem Rathaus. Es wurde am 30.Juni 1928 nach eineinhalb Jahren Bauzeit eingeweiht. Foto: Frank Dörfelt

Am 24. Mai 1996 eröffnete die Sparkasse Zwickau ihre neue Geschäftsstelle in Wilkau-Haßlau unter der Adresse Poststraße 3. Am 12. September 1994 war der Grundstein für das Wohn- und Geschäftshaus gelegt worden. Richtfest wurde am 10. März 1995 gefeiert. Früher stand an der Ecke Rudolf-Breitscheid-Straße Ecke ein Schweinestall. Ursprünglich hatte das Areal zum Brunnergut gehört. Foto: Frank Dörfelt

Die Poststraße von der Zufahrt Culitzscher Straße aus gesehen. Foto: Frank Dörfelt

Die Parkanlage am Ende der Poststraße gegenüber dem Rathaus. Foto: Frank Dörfelt

Nach der Wende wurde das denkmalgeschützte Gebäude saniert. Bis 2006 nutzte es die Post. Seitdem steht das Erdgeschoss leer. Foto: Frank Dörfelt

Das Königliche Postamt etwa 1920. Der Postvorsteher Friedrich Reinhard Rolle ließ das Gebäude auf eigenen Initiative bauen. Neben Wohnungen für sich kam auch das Postamt dort unter. Sammlung: Frank Dörfelt

Die "Villa Beyer" wurde 1935 errichtet. Ein Zahnarzt wohnte dort und hatte im Erdgeschoss seine Praxis. Später gehörte das Haus zur Poliklinik. Foto: Frank Dörfelt

Schautafeln informieren heute im Park vor dem Rathaus über die Stadtgeschichte Wilkau-Haßlaus. Foto: Frank Dörfelt

Poststraße 5. Das Gebäude steht an der Ecke Poststraße / Cultzscher Straße. Es ist ein Wohnhaus. Früher hatte dort ein Tierarzt seine Praxis. Foto: Frank Dörfelt

Der Haupteingang zum Rathaus liegt an der Poststraße. Foto: Frank Dörfelt