Kein Stein bleibt auf dem anderen: Das sind die Umbaupläne für das Stadion in Wilkau-Haßlau

Die marode Sportanlage bewegt die Menschen: Mehr als 400 Personen haben sich bei einer Einwohnerversammlung über das Vorhaben informiert. Wie steht es um die Finanzierung?

Das Stadion am Sandberg in Wilkau-Haßlau soll künftig „Sportanlage“ heißen – eine Entscheidung, die viele überrascht hat. Warum der neue Name passt, zeigte sich am Freitagabend: Bei einer Einwohnerversammlung präsentierte man erstmals die Pläne für den Umbau. Rund 430 Bürger, vor allem Mitglieder des SV Muldental, wollten erfahren, wie es mit der maroden Anlage weitergeht. Einig waren sich alle: Das Stadion muss saniert werden. Während für die Vereinssportler die Modernisierung nicht früh genug kommen kann, äußerten Anwohner auch Kritik.

Künftig mehrere Sportanlagen auf einer Fläche

Wenn das Projekt umgesetzt wird, bleibt vom Stadion fast nichts übrig – mit Ausnahme des Sozialgebäudes und der Gaststätte. Wie Architekt Michael Reißig erklärte, sind ein 90 mal 60 Meter messender Rasenplatz, ein ähnlich großer Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage sowie Tribünen für beide Plätze vorgesehen. Außerdem soll ein asphaltierter Bolzplatz mit öffentlichem Zugang entstehen, ebenso eine neue Zufahrtsstraße und zusätzliche Parkflächen. Auch eine Kletterwand sei denkbar. 430 Stühle waren aufgestellt worden. Sie waren alle besetzt. Frei Plätze gehörten zu Kindern, die sich die Pläne zum Stadionumbau an der Bühne aus nächster Nähe betrachteten. Bild: Ralf Wendland 

Verein will bei späterer Wartung mit anpacken

Mit 604 Mitgliedern, darunter 263 Kinder und Jugendliche, ist der SV Muldental der größte Verein der Stadt, wie Nachwuchsleiter Sören Zschille betonte. Der Verein bietet 14 Sportarten an, kämpft aber mit Problemen: „Von November bis März können wir den Platz wegen des Wetters nicht nutzen“, sagte Zschille. Die Teams müssten auf die Sportanlagen anderer Vereine ausweichen, was zusätzliche Kosten verursache.

Anwohner befürchten mehr Lärm

Anwohner der Sandbergstraße und Hobbygärtner der benachbarten Kleingartenanlage sorgen sich um den Lärmschutz. „Es ist schon jetzt sehr laut“, klagte eine Frau. Ähnlich äußerten sich andere Anwohner. „Es wäre gut, wenn wir mit dem Planungsbüro sprechen könnten“, meinte ein Mann. Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) stimmte zu: „Das sollte möglich sein. Die Pläne werden öffentlich ausgelegt, und jeder kann schriftlich Bedenken einreichen.“ Es wurden auch Umweltbedenken wegen des Kunstrasens laut. Reißig beruhigte: „Der Kunstrasen wird nahezu CO2-neutral. Wir verzichten auf Granulat und füllen die Fläche stattdessen mit Sand.“ Mit Fangnetzen soll verhindert werden, dass Bälle auf benachbarte Grundstücke fliegen, beantwortete Feustel eine weitere Anfrage. Der Umbau soll etwa 6 Millionen Euro kosten, erklärte Feustel (CDU). Wie hoch die späteren Unterhaltungskosten ausfallen, sei noch unklar. „Ich rechne mit ähnlichen Beträgen wie bisher“, sagte Feustel. Die Stadt zahlt derzeit rund 50.000 Euro jährlich. Einen zweiten Platzwart, wie ein Besucher vermutete, werde es nicht geben. „Wir packen selbst mit an, um die Anlage in Schuss zu halten“, sagte Vereinsmitglied Jörg Ritzer.

Alles hängt von der Förderung ab

Die Planungen sollen jetzt fortgesetzt werden, sagte Reißig. Der Zeitplan: Baubeginn 2027, die Fertigstellung zwei Jahre später. Einzelne Bereiche könnten schon vorher genutzt werden. Doch es gibt Unsicherheiten: Das Förderprogramm „Sport-Milliarde“, aus dem die Stadt 75 Prozent der Kosten erwartet, ist überzeichnet. „Die meisten Antragsteller werden leer ausgehen“, hatte Bundestagsabgeordneter Carsten Körber (CDU) gewarnt. „Wir können nur hoffen“, sagte Feustel. Sollte die Stadt keine Förderung erhalten, werde man dennoch an den Plänen festhalten. „Aufgeben ist keine Option“, betonte der Bürgermeister, der seit 15 Jahren um Fördermittel kämpft. Auch ein Abriss sei ausgeschlossen. Im August gibt es eine zweite Förderrunde mit 660 Millionen Euro. Wenn es dann wieder nichts wird? „Die Anlage muss gebaut werden“, sagte Feustel. Man werde nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Feustel brachte einen städtischen Kredit oder einen Förderkredit der Sächsischen Aufbaubank ins Spiel. Auch die erneute Suche nach einem privaten Investor sei denkbar.

© Frank Dörfelt 2025. Alle Rechte vorbehalten.

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